Ich habe mich als Schüler darüber geärgert, immer meine Rechnungen korrigieren zu müssen. Heute habe ich es mir angewöhnt, viele meiner Handlungen zu überprüfen. Es kann nicht die Bildungsinstitution allein gewesen sein, die bei mir eine Gewohnheit entwickelt hat, vielmehr war es die harte Schule des Lebens.
Gestern durfte ich sie wieder erfahren, diese "harte Schule", die immer, wenn man etwas falsch macht, sofort hart zuschlägt: Meine Frau wollte mir mal wieder meine Haare kürzen und weder sie noch ich haben gemerkt, dass der Haartrimmer zu kurz eingestellt war (Wenige Stunden zuvor habe ich mir damit noch meinen Bart gekürzt). Meine Frau setzt mit diesem Gerät also an und wundert sich, wie viel meine Haare schon wieder nachgewachsen wären. Freudig hält sie mir die langen Büschel vor die Augen. Oh nein! Da war mir alles klar und für meine Frisur alles zu spät: Ich hatte jetzt einen schönen 4mm-Streifen auf meinem Kopf, welcher sich von unten nach oben wie eine Straße durch den Wald zieht. Nun musste der Rest auch noch ab, wenigstens auf 6mm. Sprich: Ich seh' grad aus wie ein Skinhead, in fünf Wochen geht das Referendariat los und meine Frau besitzt auch noch den Witz, mich nach ihrer Rückkehr von der Arbeit heute Nachmittag zu fragen: "Oh, die Haare sind aber kurz! Hast du noch 'mal nachgeschnitten?"
Laut Wikipedia wächst ein Haar rund 0,33 mm täglich, also wachsen bis zum Referendariat noch 1,1 cm nach. Das reicht gerade noch so! Glück gehabt!